200
darf," sagte Blonde!; „und diese ehrlichen Mohren drohten,mir Glied für Glied abzuhauen, wenn ich vorwärts schritte."
„Gut, gehe dann mit hinein," sagte der König, „ich willdein Beschützer sein."
Die Schwarzen neigten ihre Speere und Schwerter vorKönig Richard, und hefteten ihre Augen zu Boden, als wennsie unwürdig wären, ihn anzuschauen. In dem Zelte fandensie Thomas de Vaur bei der Königin- Während BerengariaBlondel empfing, sprach König Richard heimlich mit seinerschönen Verwandtin.
Endlich sagte er flüsternd zu ihr: „Sind wir immer nochFeinde, schöne Edith?"
„Nein, mein Fürst," sagte Edith mit einer Stimme, diegerade leise genug war, um die Musik nicht zu unterbrechen— „wer könnte König Richard Feind sein, wenn sich derselbezeigt, wie er ist, großmüthig und edel, tapfer und ehrenhaft."
So sprechend, reichte sie ihm die Hand. Der König küßtedieselbe zum Zeichen der Versöhnung, und fuhr dann fort:„Du glaubst, schöne Base, daß mein Zorn in dieser Sacheverstellt gewesen sei; aber du irrst dich. Die Strafe, womitich diesen Ritter belegte, war gerecht: denn er hatte dasVertrauen getäuscht, das ich ihm geschenkt hatte, mag dieVerführung dazu auch noch so groß sein, schöne Base. Dochfreut es mich und vielleicht so sehr als dich, daß er morgeneine Gelegenheit hat, das Feld zu gewinnen, und den Flecken,der eine Zeit lang ihm anklebte, auf den wirklichen Dieb undVerräther zu werfen. Nein! — die Zukunft mag Richardsthörichte Hitze tadeln; aber sie soll von ihm sagen, daß erals Richter gerecht war, wenn er es sollte, und gnädig, wenner konnte."
„Lobe dich nicht selbst, königlicher Vetter," sagte Edith.