predige mir nicht weiter. Sage mir lieber — denn dasist von Belang — hat der Ritter einen Beichtvater?"
„Ja," antwortete de Vaur, „der Einsiedler von Engaddi,der ihm kürzlich diesen Dienst erzeigte bei seiner Vorbereitungzum Tode, stehet ihm auch bei dieser Gelegenheit bei; dasGericht von dem Zweikampf hat den Einsiedler hergezogcn."
„Gut," sagte Richard, „und nun zum Gesuch des Ritters.Sag' ihm, Richard werde ihn empfangen, sobald seine Pflicht-erfüllung am Diamant der Wüste seine Pflichtverletzung aufdem St. GcorgSberge gut gemacht haben wird; und bei dei-nem Gang durch's Lager laß die Königin wissen, daß ich ihrZelt besuchen will, und sage Blondel, daß er mich dort treffe."
De Vaur ging, und etwa eine Stunde darauf hüllte sichRichard in seinen Mantel, nahm seine Zither in die Hand,und wandelte zum Gezelte der Königin. Mehrere Araber be-gegneten ihm, aber sie wandten das Gesicht weg, und schlu-gen die Augen zur Erde; er bemerkte jedoch, daß ihm Allescharf nachsaben, sobald er vorbei war. Er folgerte hieraus,daß er ihnen bekannt sei, aber daß der Befehl des Sultansoder ihre mvrgenlä'ndische Höflichkeit ihnen verböte, einenFürsten, der unbekannt sein wolle, zu bemerken.
Als der König das Zelt der Königin erreicht hatte; fander eS von jenen unglücklichen Sklaven umringt, mit welchenmorgenländische Eifersucht den Zenana umstellt. Blondelwandelte vor dem Eingang, und griff von Zeit zu Zeit insein Saitcnspiel, was die Afrikaner vermochte, das Elfenbeinihrer Zähne zu zeigen, und mit seltsamen Bewegungen undkreischenden Stimmen Chorus zu machen.
„Was treibst du mit dieser schwarzen Viehherde, Blon-del?" sagte der König; „warum gehst du nicht in das Zelt?"
„Weil ich zu meiner Kunst des Kopfes und der Finger be-