197
pheten, und erzwinge deren Beobachtung von Anderen durchschwere Strafen.
„Nun," sagte Richard, „wenn er den Wein nicht liebt,diesen Tröster des Menschenhcrzens, dann ist's mit seiner Be-kehrung auch nichts, und die Weissagung des verrückten Pfaf-fen von Engaddi verfliegt wie Spreu vor dem Winde."
Hierauf setzte der König die Bestimmungen des Kampfesfest, was viele Zeit kostete, da wegen einiger Punkte die Ge-genpartei sowohl als der Sultan befragt werden mußten.
Endlich war man zu einer schließlichcn Uebereinkunft ge-kommen, und ein Protokoll wurde auf Französisch und Ara-bisch abgefaßt mit der Unterschrift von Saladin als Ober-kampfrichter und denen von Richard und Leopold als Gewähr-lcistcrn der zwei Kämpfer. Als der Emir für den Abend vonKönig Richard Abschied genommen hatte, trat de Vaur herein.
„Der gute Ritter," sagte er, „der morgen kämpfen wird,verlangt zu wissen, ob er nicht diesen Abend seinem königli-chen Gevatter seine Huldigung darbringcn darf?"
„Hast du ihn gesehen, de Baur?" sagte der König lä-chelnd, „und hast du einen alten Bekannten in ihm erkannt."
„Bei Unserer Frau von Lanercost," antworte de Vaur,„in diesem Lande begegnet man so vielen Ueberraschungenund Verwandlungen, daß mir der Kopf schwindelt. Ich er-kannte kaum Sir Kenneth von Schottland, bis sein guterHund, der einige Zeit unter meiner Pflege war, wedelnd aufmich zukam, und selbst den kannte ich nur an der Breite sei-ner Brust, der Rundung seiner Pfoten und an seinem Bellen:denn der arme Windhund war gemalt w e eine venetianischeBuhlerin."
„Du verstehst dich besser auf Vieh als auf Menschen, deVaur," sagte der König.