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so riß de Vaux Mund und Augen auf, und Richard war nichtweniger überrascht, als der Sultan mit einer verstellten undernsten Stimme sagte; „Der Kranke, sagt der Dichter, kennt,so lange er krank ist, den Tritt seines Arztes; ist er abergenesen, so kennt er nicht einmal das Gesicht desselben "
„Ein Wunder! — ein Wunder!" rief Richard aus.
„Tcufclswerk, ohne Zweifel!" sagte Thomas de Vaux.
„Daß ich meinen gelehrten Hakim nicht kannte," sagte Ri-chard, „blos weil ihm Mutze und Kleid fehlten! und daß ichihn nun in meinem königlichen Bruder Saladin wieder er-kenne!"
„Das ist der gewöhnliche Weltlauf," antwortete der Sul-tan; „der zerlumpte Rock macht nicht immer den Derwisch."
„Und es war durch deine Vermittelung," sagte Richard,„daß jener Ritter vom Leoparden vom Tode gerettet wurde— und durch deine Kunst, daß er in das Lager verkleidetzurückkam?"
„So ist es," versetzte Saladin, „ich war als Arzt über-zeugt , daß wenn nicht die Wunde seiner blutenden Ehre ge-stillt würde, der Tage seines Lebens nur wenige sein könn-ten. Seine Verkleidung wurde leichter durchschaut, als ichnach dem Gelingen meiner eigenen erwarten konnte."
„Ein Zufall," sagte König Richard (vermuthlich spielte erauf den Umstand an, als er seine Lippen auf die Wunde desvermeinten Nubiers brachte), „ließ mich zuerst bemerken, daßseine Haut künstlich gefärbt war; und nach diesem Finger-zeig war die Entdeckung leicht: denn sein Gesicht und seineGestalt sind nicht leicht zu vergessen. Ich hege die Hoffnung,daß er morgen als Kämpfer sich stellen wird."
„Er ist dazu bereit und voll Hoffnung," sagte der Sul-tan. „Ich habe ihn mit Waffen und einem Pferde versehen,