Druckschrift 
13 (1851) Der Talisman
Entstehung
Seite
172
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Und Ruhe im Auge, im Herzen Muih.

Der Ritter das Gewand faßt, und küßt's mit heißer Glut:

»Gesegnet sei die Botschaft, die mir dein Mund kund lhut!

.Und weil dadurch mit Ehre mich meine Dam' belud,

»So sage meiner Dame, daß ich obn' andre Hut»Will'mpfen in dem Kleide, worin bei Nacht sie ruht.

»Doch geh' als Sieger ich von dannen, bezeuge sie mir's kurz und gut."Und jetzt, ihrHerrn, ist halb zu End' das Lied vom Kleid befleckt mitBlut.

Du hast in der letzten Strophe auf einmal das Vers-maß geändert, mein Blondcl," sagte der König.

Das ist wahr, mein König," sagte Blondcl.Ich gabdie Verse nach dem Italienischen eines alten Harfners, den ichin Cppern traf, und da ich keine Zeit hatte, fie genau zu über-setzen oder ste auswendig zu lernen; so bin ich genöthigt, dieLücken in Musik und Tert auf Gerathwohl auszufüllen, wieBauern ein grünes Gehäge mit dürren Reisern ausflicken."

Nein, bei meiner Treue," sagte der König,mir gefallendiese rollenden Alexandriner gewiß sie begleiten die Mu-sik besser als jenes kürzere Versmaß."

Beide sind erlaubt, wie Eure Majestät wohl weiß," ant-wortete Blondcl.

Wahr, Blondcl," sagte Richard; indeß ich glaube, daßdie Scene, wo es zum Kampfe kommt, besser in diesen tönen-den Alexandrinern gehen wird, die wie der Angriff eines Rei-terhaufens lauten, während das andere Versmaß nur demPaßgang eines Damenzelters gleicht "

Wie es Eurer Majestät beliebt," versetzte Blonde! undfing wieder an zu präludiren.

Nein, erst erwärme deine Einbildung mit einem Becherfeurigen Chierweins," sagte der König;und noch eins, ichwollte, du ließest den neumodischen Zwang bei Seite, immermit dem nämlichen Reimen zu schließen. Das hemmt denFlug deiner Begeisterung, und macht dich einem Manne ähn-lich , der in Ketten tanzt."