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13 (1851) Der Talisman
Entstehung
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tung, sondern auch der innersten Seele, daß sich der unglück-liche Ritter in so seltsamer Verkleidung auf ein Knie niedcr-ließ, und mit über der Brust gekreuzten Armen, gleich einemVerbrecher, der sein Urtheil erwartet, den Blick zu Boden hef-tete. Edith trug den nämlichen Anzug wie bei dem Besuchevon König Richard; ihr langer, durchsichtiger, schwarzerSchleier hing um sie wie das Dunkel einer Sommernacht umeine schöne Landschaft, und ließ die Schönheiten im Dunkelnsehen, die er nicht verbergen konnte. Sie hielt in der Handeine mit einem wohlriechenden Spiritus gefüllte Silberlampe,die mit außerordentlichem Glanze brannte.

Als sich Edith auf einen Schritt dem knieenden und bewe-gungslosen Sklaven genähert hatte, hielt sie das Licht gegen seinGesicht, wie als wollte sie seine Züge genauer betrachten, daraufwandte sie sich von ihm, und hielt ihre Lampe so, daß der Schat-ten seines Gesichts im Profil auf den Vorhang zur Seite fiel-Endlich sprach sie mit gefaßter aber wehmüthiger Stimme:

»Seid Ihr es? seid Ihr es wirklich, tapferer Rittervom Leoparden edler Sir Kenneth von Schottland seidIhr es wirklich? so in Sklaventracht verkleidet so vontausend Gefahren umringt?"

Als er die Worte seiner Dame so unerwartet an sich richtenhörte, und das mit einem Ausdruck von Theilnahme, der anZärtlichkeit gränzte, kam eine Erwiederung unwillkührlich auf dieZunge des Ritters, und kaum konnte Richards Befehl und seineigenes Versprechen die Antwort verhindern, daß das Gesichtdas er sähe, die Worte, die er eben gehört habe, hinlänglichseien, ein ganzes Leben voll Sklaverei und alle Gefahren, welchedies Leben stündlich bedroheten, zu belohnen. Jedoch er besannsich, und ein tiefer und leidenschaftlicher Seufzer war die ein-zige Antwort auf die Frage der hochgebornen Edith.