Als er zu diesem Schluß gekommen war, dielten sie amEingang des Zeltes der Königin.
Sie wurden sogleich von den Wächtern vorgelaffen, undNeville, der den Nubier in einem kleinen Gemach oder Vor-zimmer ließ, das derselbe nur zu gut kannte, ging in dasGemach, das der Königin als Wohnzimmer diente. In einemleisen und ehrerbietigen Tone, der von der Derbheit des Tho-mas de Vaur, dem Richard Alles und der übrige Hof nebstBerengaria Nichts galt, sehr verschieden war, kündigte er denWillen seines königlichen Herrn an. Ein lautes Gelächtererfolgte auf die Mitthcilung des Auftrags.
„Und wie sieht der nubische Sklave aus, der in einemsolchen Auftrag als Gesandter des Sultans kommt? — einNeger, de Neville, ist er nicht ein solcher?" sagte eine weib-liche Stimme, welche leicht für die von Berengaria zu er-kennen war. „Ist es nicht ein Neger, de Neville, mit schwar-zer Haut, krausem Haar wie ein Widder, einer Stumpfnaseund dicken Lippen — nicht wahr, edler Sir Heinrich?"
„Eure Majestät vergesse die Beine nicht," sagte eine an-dere Stimme, „die auswärts gebogen sind wie ein saraceni-scher Säbel."
„Oder besser wie der Bogen des Cupido, da er in einerLiebeübotschaft kommt," sagte die Königin. „Guter Neville,du Haft dich immer beeilt, uns armen Frauen, die wir sowenig Zeitvertreib haben, ein Vergnügen zu machen. Wirmüssen diesen Liebesboten sehen. Türken und Mauren habeich genug gesehen, aber noch keinen Neger "
„Ich will Eurer Majestät Befehlen gern gehorchen, wennIhr mich dafür bei meinem Herrn entschuldigen wollet," ant-wortete der gute Ritter. „Doch muß ich Eure Majestät ver-sichern, daß Ihr etwas Anderes sehen werdet, als Ihr erwartet."