146
wenn sein Gewissen es verantworten kann, einen Bundesge-nossen um so nichtiger Sache willen zum Kampfe zu fordern,das weinige wenigstens kann den Vorwurf nicht ertragen, denKampf anzunehmen. Aber gegen seinen Bastardbruder, Wil-helm von Woodstock, und gegen jeden, der diese falsche Be-schuldigung billigen oder sie bezeugen zu wollen wagen sollte,will ich meine Ehre in den Schranken verthcidigen, und be-weisen, daß er ein falscher Lügner sei "
„Der Marquis von Montserrat," sagte der Erzbischof vonTprus, „hat als ein weiser und billiger Edelmann gespro-chen; und ich glaube, der Streit könnte hierbei, ohne Nach-theil irgend einer Partei, sein Bewenden haben."
„Fürwahr, so kann die Sache abgethan werden," sagte derKönig von Frankreich, „vorausgesetzt, daß Richard seine Be-schuldigung widerruft, die auf so schwachen Gründen beruht."
„Philipp von Frankreich," antwortete Löwenherz, „niewerden meine Worte meinen Gedanken ein solches Unrechtanthun. Ich habe diesen Conrad als Dieb angeklagt, derbei dunkler Nacht das Zeichen von Englands Würde von sei-nem Platze gestohlen. Immer noch halte ich ihn für einensolchen und heiße ihn so, und wenn ein Tag zum Kampfe be-stimmt sein wird, zweifelt nicht, daß, da Conrad sich weigert,uns in Person zu begegnen, sich ein Kämpe finden werde, deran meiner Stelle zu fechten bereit ist: denn du, Wilhelm,sollst dein langes Schwert in diesem Handel ohne unsere' be-sondere Erlaubniß nicht ziehen."
„Da mich mein Rang zum Schiedsrichter in diesem un-glücklichen Handel macht," sagte Philipp von Frankreich„so bestimme ich den fünften Tag von heute zur Entscheidungder Sache vermittelst herkömmlichen, ritterlichen Kampfes, wo-bei Richard, König von England, in der Person seines Kam-