Druckschrift 
13 (1851) Der Talisman
Entstehung
Seite
137
Einzelbild herunterladen
 

137

lung, dic cr verrichten sollte, von seinem Spruchsprecher undNarren begleitet, und als er sich Richard nahete, pfiff cr, umseine Gleichgültigkeit zu erkennen zu geben, obwohl seine grobenZüge Groll verriethen und die Furcht, mit der ein Schulschwän-zer seinem Lehrer sich nahet. Während der Herzog mit Wider-willen und mit einem verlegenen und plumpen Ausdruck dieverlangte Huldigung machte, schüttelte der Spruchsprecherseinen Stab und verkündigte mit Heroldsstimme, daß der Erz-herzog von Ocstreich durch sein gegenwärtiges Thun dem Rangund den Freiheiten eines unabhängigen Fürsten nichts ver-gäbe, worauf der Narr mit einem schallenden Amen antwor-tete, das großes Gelächter bei den Umstehenden veranlaßte.

Mehr als einmal blickte König Richard nach dem Nubierund dem Hund; aber jener rührte sich nicht und dieser zogseinen Strick nicht an, so daß Richard fast spöttisch zu demSclaven sagte:Dein Glück, mein schwarzer Freund, wird,fürchte ich, obgleich du den Verstand deines Hundes zu demPeinigen gefügt hast, in dieser Sache nicht groß sein, und eswird dich weder zum Zauberer machen, noch deine Verdienstegegen uns vermehren."

Der Nubier antwortete nur mit seiner gewöhnlichen, tie-fen Verbeugung.

In diesem Augenblick zogen die Truppen Conrads von Mont-serrat in Reih und Glied an dem König von England vorbei.Dieser mächtige und verschmitzte Baron hatte dieselben in zweiSchaaren gcthcilt, um desto mehr Aufwand mit ihnen zu ma-chen. An der Spitze der ersten Schaar, die aus seinen Vasallenund Dienern und den in seinen syrischen Besitzungen Ausgehobe-nen bestand, zog sein Bruder Enguerrand; er selbst folgte ander Spitze einer gewählten Schaar von zwölfhundert Stradioten,einer Art leichter Reiterei, welche die Venetiancr in ihren dal-