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damit beschäftigt, die Leidenschaftlichkeit zu beschwichtigen, dieso unerwartet in ihm erweckt worden war-
„Laß uns davon mit Ruhe sprechen," sagte der Saracen;„ich bin ein Arzt, wie du weißt, und cs steht geschrieben,daß wer seine Wunde geheilt haben will, nicht fürchten darf,wenn sie der Arzt berührt und untersucht. Du stehst, ich binim Begriff, meinen Finger auf das Geschwür zu legen. Duliebst jene Verwandtin von Melech Ric. — Lüfte den Schleier,der deine Gedanken bedeckt — oder, wenn du willst, lüfte ihnnicht: denn mein Auge schaut durch seine Falten."
»Ich liebte sie," antwortete Sir Kenneth nach einigemSchweigen, „wie ein Mensch die Gnade des Himmels liebt,und ich bewarb mich um ihre Gunst, wie ein Sünder sich umdie Vergebung des Himmels bewirbt."
„Und du liebst sie nicht mehr?" sagte der Saracen.
„Ach," antwortete Sir Kenneth, „ich bin nicht mehr wür-dig, ste zu lieben. — Ich bitte dich, laß dies Gespräch —deine Worte sind Dolchstiche für mich."
„Erlaube mir nur einen Augenblick," fuhr Jlderim fort-„Als du, ein armer, unbekannter Krieger, das Ziel deinerLiebe so kühn und so hoch stecktest, sage mir, hofftest du da-mals einen glücklichen Ausgang?"
„Liebe ist nicht ohne Hoffnung," versetzte der Ritter; „je-doch meine Liebe war fast mit Verzweiflung gepaart — ichglich dem Schiffer, der schwimmt, um sein Leben zu retten,und der, wenn er Woge auf Woge überwindet, von Zeit zuZeit einen Lichtstrahl des entfernten Leuchtthurms empfängt,der ihm die Nähe des Landes verkündigt, während sein bre-chendes Herz und seine erschöpften Glieder ihn versichern, daßer den Hafen nimmer erreichen werde."