102
um Gnade in unseren Augen zu erlangen. Unterdessen, Ne-ville, habe alle Aufmerksamkeit für ihn, und sorge, daß man ihnmit Ehren behandle. — Und höre noch eins, sagte er flüsternd,„suche mir jenen Einsiedler von Engaddi, und führe ihn so-gleich zu mir, sei er ein Heiliger oder ein Wilder, ein Narroder ein Weiser. Ich will ihn im Geheimen sehen.
Neville verließ das königliche Zelt, indem er dem Nubierein Zeichen machte zu folgen, und war sehr erstaunt über daswaö er gesehen und gehört hatte, vorzüglich aber über das un-gewöhnliche Benehmen des Königs. Im Allgemeinen war nichtsleichter, als Richards Laune und Stimmung zu ergründen, obwohles zuweilen schwer sein mochte, ihre Dauer zu ermessen, dennkeine Wetterfahne gehorchte dem Wechsel des Windes so sehr,als der König dem Sturm seiner Leidenschaftlichkeit. Aber indem gegenwärtigen Fall schien sein Benehmen außergewöhnlichzurückhaltend und geheimnißvoll, und cs war nicht leicht zu ge-wahren, ob Gefallen oder Mißfallen an seinem neuen Dienerin seinem Betragen gegen denselben oder in den Blicken, mitdenen er ihn von Zeit zu Zeit betrachtete, vorherrschend wäre.Der schnelle Dienst, den der König dem Nubier erzeigt hatte,um den schlimmen Folgen der Wunde zu begegnen, mochte dieVerbindlichkeit aufwicgen, die er gegen den Sklaven hatte, welcherden Streich des Mörders aufsing; aber da eine größere Rechnungzwischen ihnen zu berichtigen blieb, so schien es, als ob derMonarch in Zweifel stünde, ob er beim Abschluß des Ganzenals Schuldner oder Gläubiger Zurückbleiben würde, und als ober darum einstweilen ein neutrales Benehmen erwählt habe, dasden beiden möglichen Fällen angemessen wäre. Auf welchemWege auch der Nubier die Kunst, europäische Sprachen zuschreiben, erlernt haben mochte, »er König blieb überzeugt, daßihm die englische Sprache wenigstens unbekannt sein müsse: denn