„Nun, bei St. Georg!" sagte König Richard, du hak mirein Wort zu seiner Zeit gesprochen. — Neville, du weißt, daßwenn wir morgen unsere Truppen mustern, nach einer Ucberein-kunft der Fürsten zur Sühnung des durch Diebstahl am eng-lischen Banner begangenen Frevels die Führer an unserer neuenStandarte, die auf dem St. Georgsbergc weht, vorbeiziehensollen, um sie mit geziemender Ehrerbietung zu grüßen. Glaubemir, der geheime Verräther wird es nicht wagen, diese feierlicheReinigung zu verfehlen, damit nicht seine Abwesenheit zumVerdachtsgrunde werde. Dort wollen wir unseren schwarzenRath hinstellen, und wenn er durch seine Kunst den Frevlerherausbringt, dann laß mich für das Uebrige sorgen."
„Mein Fürst," sagte Neville mit dem Freimuth eines eng-lischen Barons, „sehet Euch vor, was Ihr thut. Die Ein-tracht unseres heiligen Bundes ist nun ganz unerwartet er-neuert — wollt Ihr auf einen Verdacht bin, den Euch ein Ne-gersklave beibringt, Wunden aufreißen, die sich erst jüngst ge-schloffen haben? oder wollt Ihr den feierlichen Aufzug, derzu Eurer Genugthuung und zur Versöhnung der zwieträchti-gen Fürsten angestellt wird, als ein Mittel benutzen, neueUrsachen zu Streit zu suchen oder alte Händel wieder auf-zuregen ? Dann wäre es kaum zu hart, wenn man sagte,daß dies ein Bruch des Versprechens sei, das Eure Majestätvor dem versammelten Rathe des Kreuzzugs gethan hat."
„Neville," sagte der König, ihn mit Ernst unterbrechend,„dein Eifer macht dich anmaßend und unhöflich. Nie habe ichdas Versprechen gethan, mich der Mittel zu entschlagen, dieich für die geeignetsten halten würde, den nichtswürdigenSchänder meiner Ehre zu entdecken. Ehe ich dies gethanhätte, lieber hätte ich meinem Königreich, meinem Leben ent-sagt. Alle meine Versprechungen sind mit diesem streng noth-