Stück Viehs da, das man auf dem Markt wie einen Martini-Ochsen kauft und verkauft."
„Seine Majestät befiehlt den Leuten, Gift zu saugen,"brummte ein anderer Schütze, „als hieße das so viel als —Geh' und verschluck' eine Stachelbeere!"
„Nein," sagte Richard, „nie habe ich Jemanden etwas zuthun geheißen, was ich nicht bereit gewesen wäre, selber zu thun."
Ohne weiteres Bedenken und trotz der Gegenvorstellungender Umstehenden und des ehrerbietigen WiderstrebenS des Nu-biers selbst, brachte der König von England seine Lippen aufdie Wunde des schwarzen Sclaven, die Gegenvorstellungen ver-lachend und das Widerstreben überwindend- Er hatte nichtsobald in diesem sonderbaren Liebesdienst eine Pause gemacht,als der Nubier von ihm wegsprang, und, indem er schnelleine Binde um seinen Arm wand, durch Zeichen, die voneben so vieler Entschlossenheit als Ehrerbietung begleitet wa-ren, seinen Vorsatz zu erkennen gab, daß er es nicht zugebenwolle, daß der Monarch einen so erniedrigenden Dienst er-neuere. Long Allen trat auch ins Mittel und sagte, daß,wenn es nöthig wäre, um den König von einer Wiederho-lung einer solchen Verrichtung abzuhalten, er seine eigenenLippen, Junge und Zähne dem Neger (wie er den Aethiopiernannte) leihen wolle, und daß er ihn lieber mit Haut undHaar aufeffen würde, als zugeben, daß der Mund von Kö-nig Richard ihn noch einmal berühre.
Neville, der mit anderen Höflingen hereingetreten war,machte ebenfalls seine Vorstellungen.
„Nun, macht kein unnöthiges Geschrei wegen eines Hir-sches, den die Hunde verloren haben, und wegen einer Gefahr,die vorbei ist, sagte der König; „die Wunde ist nur eine Kleinig-keit ; sie hat kaum geblutet — eine verboste Katze hätte tiefer ge-