herrscht die Zwietracht. — Neville, tretet ab — ich muß dieseNachrichten allein und mit Muße durchgehen."
Neville zog sich demnach zurück, und Richard war bald indie Trauerbotschaften vertieft, die ihm von England zugekom-men waren, nämlich die Zerreißung seiner erblichen Domänendurch Factionen; die Zwietracht seiner Brüder Johann und Gott-fried, und die Streitigkeiten beider mit dem hohen Gerichtshal-ter Longchamp, Bischof von Ely; die Unterdrückung, welche derAdel gegen den Bauernstand ausüdte, und die Empörung derBauern gegen ihre Herren, die überall Unordnungen und ineinigen Grafschaften Blutvergießen veranlaßt hatte- Die nähe-ren Auseinandersetzungen dieser Vorfälle, die seinen Stolz be-schämten und seinem Ansehen Abbruch thaten, waren von derdringenden Weisung seiner weisesten und getreuesten Räthe be-gleitet. daß seine Ankunft allein die Hoffnung schenken könne, dasKönigreich von dem Schrecken bürgerlicher Zwietracht zu retten,die von Frankreich und Schottland benutzt werden dürfte. Vonder peinlichsten Besorgniß erfüllt, las Richard die Unheilsbricfeimmer von Neuem wieder, verglich die Neuigkeiten, die einigederselben enthielten, mit den nämlichen Thatsachen, die an-ders angegeben waren in anderen, und bald ward er un-empfänglich für Alles, was um ihn her vorging, obwohl erwegen der Kühlung dicht am Eingänge des Zeltes bei offe-nen Vorhängen saß, so daß er die Wache und Andere, dieaußen waren, sehen und von ihnen gesehen werden konnte.
Tiefer im Schatten des Zeltes und mit der Arbeit beschäf-tigt, womit ihn sein neuer Herr beauftragt hatte, saß der nu-bische Sklave, dem Könige den Rücken zukehrcnd. Er hatteHarnisch und Panzer in Ordnung gebracht und gereinigt, undwar gegenwärtig mit einem stahlbedeckten Schild von ungewöhn-licher Größe beschäftigt, dessen sich Richard bediente beim Aus-