Druckschrift 
13 (1851) Der Talisman
Entstehung
Seite
84
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rierhalb der elfenbeinernen Wände seines Pallastes. Wir em-pfehlen ihn deiner Hut, hoffend, daß die Stunde nicht ferne ist,wo er dir gute Dienste leisten mag. Und hiermit sagen wir dirLebewohl im Vertrauen, daß unser heiliger Prophet dich nochzur Kcnntniß der Wahrheit berufen werde; doch wenn dieseErleuchtung ausbleiben sollte, so wünschen wir dir eine baldigeHerstellung deiner königlichen Gesundheit, daß Allah zwischendir und uns in offener Feldschlacht entscheiden möge."

Die Zuschrift war beglaubigt durch die Unterschrift unddas Siegel des Sultans.

Richard betrachtete schweigend den Nubier, der mit zuBoden gesenkten Blicken und mit über die Brust gekreuztenArmen vor ihm stund, und einem schwarzen Marmorbild vonder feinste» Arbeit ähnlich sah, das von einem PrometheusLeben erwarte. Der König von England, der, wie man vonseinem Nachfolger Heinrich VIII. rühmte, einen Mann zusehen liebte, war zufrieden mit diesen Muskel», Nerven unddem Ebenmaß der Glieder des Nubiers, und fragte ihn inder lingua 1'rrmcu: Bist du ein Heide?"

Der Sclave schüttelte den Kopf, und indem er seine Handzur Stirne erhob, machte er das Kreuzeszeichen zum Beweisseines Christenglaubens. Hieraus nahm er seine regungslose,demüthige Stellung wieder an.

Du bist ohne Zweifel ein nubischcr Christ," sagte Ri-chard,und die Heidenhunde haben dich des Sprachwerkzeu-ges beraubt?"

Der Stumme schüttelte wiederum verneinend den Kopf,wies mit dem Zeigefinger nach oben, und legte ihn dann aufseine Lippen.

Ich verstehe dich," sagte Richard;dein Leiden kommtvon einer Schickung Gottes, nicht von der Grausamkeit der