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„Ich höre gerne die Rathschlägc meines Verwandten an,"sagte Edith, „wenn dieselben so beschaffen sind, daß sie mei-nen Rang und Charakter nicht beleidigen."
„Könige, meine schöne Base, geben keine Rathschläge, son-dern Befehle," sagte Richard.
„Sultane geben in der That Befehle," sagte Edith, „undder Grund liegt darin, daß sie über Sklaven herrschen."
„Ge-, du solltest diese Geringschätzung der Sultanschaft ob-legen, da du eine so hohe Meinung von einem Schotten hast,"sagte der König. „Ich glaube, daß Saladin sein Wort besserhält, als jener Wilhelm von Schottland, der es fürwahr nöthighat, daß man ihn den Löwen nennt — er hat schändlich anmir gehandelt, weil er verfehlt hat, die versprochene Hülfe zuschicken. Laß mich dir sagen, Edith, du ziehst vielleicht nocheinmal einen treuen Türken einem falschen Schotten vor."
„Nein — nimmer!" antwortete Edith, „und sollte Richardselbst die falsche Religion annchmen, welche aus Palästina zuverbannen er die Meere durchschifft ist."
„Du willst das letzte Wort haben," sagte Richard, „unddu sollst es haben. Halte von mir, was du willst, artige Edith,ich werde nicht vergessen, daß wir Vetter und Base sind."
Nach diesen Worten nahm er auf das Schönste Abschied,aber wenig zufrieden mit dem Erfolg seines Besuchs.
Es war am vierten Tage, nachdem Sir Kenneth aus demLager entlassen worden war, und König Richard saß in seinemZelt, einen Abendwind von Westen her genießend, der, unge-wöhnliche Kühlung auf seinen Fittichen tragend, vom lustigenEngland Erfrischung herzuwehen schien dem heldenmüthigen Mo-narchen, der nach und nach wieder die Kräfte erlangte, die erzur Ausführung seiner Riesenpläne bedurfte. Niemand war beiihm: de Vaur war nach Ascalon gesandt worden, um Verstär-D?r Talisman. II. 6