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13 (1851) Der Talisman
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der bitteren Erfahrung, daß sic die Liebe ihres Gemahls ineinem geringeren Grade besitze, als sie geglaubt hatte.

Der gute König Richard war in großer Verlegenheit. Ver-gebens versuchte er, vernünftig zu reden mit einem Weibe,die, eifersüchtig auf seine Neigung, zur Anhörung von Grün-den unfähig war; auch konnte er cs nicht über sich gewinnen,seine gesetzliche Autorität gegen ein Wesen geltend zu machen,das mitten in seiner unvernünftigen Uebellaune so schön war.Er war darum auf seine Vertheidigung beschränkt; er be-strebte sich, gelinde ihren Argwohn zu tadeln, und ihre Uebel-laune zu besänftigen; und er erinnerte sie, daß sie nicht nöthighabe, auf die Vergangenheit mit Gewissensbissen und Seelen-angst zurückzublicken, da Sir Kenneth lebe und wohl sei, undsich in den Händen des großen arabischen Arztes befinde, dergewiß besser verstehe als alle anderen Menschen, ihn beim Le-ben zu erhalten. Aber das war der unfreundlichste Schlagvon allen, und der Schmerz der Königin erneute sich bei derVorstellung, daß ein Saracen, ein Arzt, ein Geschenk erhal-ten, um welches sie mit unbedecktem Haupt und gebeugtemKnie ihren Gemahl vergebens angefleht habe. Bei diesemneuen Vorwurf fing Richards Geduld an zu weichen, und ersagte mit ernster Stimme:Berengaria, dieser Arzt hatmein Leben gerettet. Wenn dasselbe Werth in deinen Augenhat, so wirst du ihm eine Belohnung gönnen, auch wennsie größer wäre, als diese einzige, die er von mir annehmenwollte."

Die Königin war zufrieden damit, ihre Uebellaune soweitgetrieben zu haben, als sie es mit Sicherheit thun konnte.

«Mein Richard," sagte sie,warum brachtest du diesenWeisen nicht zu mir, daß Englands Königin ihm hätte zeigenkönnen, wie hoch sie den achte, der die Leuchte der Ritterschaft,