nöthigte, sich zu erheben; „es wäre ungeziemend, daß Kniee,die sich so oft der Gottheit beugen, zur Ehre eines Menschenden Boden berühren. Was für Gefahr bedroht uns, ehr-würdiger Vater? und seid wann ist die Macht von Englandso gesunken, daß der schnaubende Zorn dieses neugebackenenHerzogs England oderseinen Monarchen beunruhigen könnte?"
„Ich habe von meiner Felsenwarte das himmlische Heer derSterne betrachtet, die in mitternächtlichen Umkreisen sich ein-ander Weisheit verkünden, und den wenigen Menschen, dieihre Sprache verstehen, Belehrung ertheilen. Es sitzt ein Feindim Hause deines Lebens, mein König, der deinen Ruhm unddein Glück hasset — ein Strahl des Saturns bedroht dichmit einer nahen blutigen Gefahr, die, wenn du deinen stolzenWillen nicht dem Gebote der Pflicht beugest, dich jetzt in dei-nem Uebermuth zu Grunde richten wird."
„Schweig, schweig — das ist heidnische Weisheit," sagteder König. „Christen treiben sie nicht — kluge Männerglauben nicht daran. Alter, du faselst."
»Ich fasele nicht, Richard," antwortete der Einsiedler —„besser wäre es freilich. Ich kenne meinen Zustand; ich weiß,daß ein Fünkchen Vernunft mir geblieben ist nicht zu meinemNutzen sondern zu dem der Kirche und zum Sieg des Kreuzes.Ich bin der Blinde, der Anderen die Fackel hält, die ihmselbst nicht leuchtet. Frage mich über das, was das Wohlder Christenheit und das Glück dieses Kreuzzugs angeht, undich werde dir wie der weiseste Rath antworten, auf dessenZunge Ueberredung sitzt. Sprich mit mir über meine eigeneelende Person, und meine Worte werden die des verworfe-nen Wahnsinnigen sein, der ich bin-"
„Ich würde nicht das Band zerreißen, das die Fürsten desKreuzzugs verbindet," sagte Richard mit ruhiger Stimme und