gefordert, der dies Heilmittel anwendet, und wenn durch Ver-nachlässigung dieser Vorbereitungen, durch Bequemlichkeit oderdurch Befriedigung sinnlicher Lüste, weniger als zwölf Krankeim Laufe eines Monats geheilt werden, so verliert der Talis-mann seine göttliche Kraft, und der letzte Kranke sowohl alsder Arzt selber sind von nahem Unglück bedroht, und werdendas Jahr nicht überleben. Ich brauche noch ein Leben, umdie bestimmte Zahl voll zu machen.
»Geh' hinaus in's Lager, guter Hakim, wo du eine großeAnzahl finden wirst," sagte der König, „und suche nicht mei-nem Scharfrichter seinen Patienten zu rauben; es schickt sichnicht für einen so ausgezeichneten Arzt, wie du einer bist,einem anderen in die Kundschaft zu pfuschen. Ueberdics seheich nicht ein, wenn ich einen Verbrecher von der verdientenTodesstrafe befreie, wie dies die Zahl deiner wunderbarenHeilungen voll machen kann."
„Wenn du darthun kannst, wie ein Trunk kalten Wassersdich geheilt hat, während die kostbarsten Arzeneien fehl schlu-gen," sagte der Hakim; „dann magst du auch über die anderenGeheimnisse dieses Talismans vernünfteln. Was mich betrifft,so bin ich unfähig zu dem großen Werke, weil ich diesen Mor-gen ein unreines Thier berührt habe. Thue mir darum keineweiteren Fragen; kurz, wenn du dieses Mannes Leben aufmein Gesuch verschonst, so wirst du dich selbst, großer König,und deinen Diener vor einer großen Gefahr behüten."
„Höre, Adonbec," versetzte der König, »ich habe nichtsdagegen, daß die Aerzte ihre Worte in Dunkel hüllen, undRat- von den Sternen zu nehmen vorgeben; aber wenn duRichard Plantagenet eine Gefahr zu fürchten heißest wegenirgend einer leeren Vorbedeutung oder einer unterlassenenCeremonie, wisse dann, daß du zu keinem unwissenden Sachsen