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13 (1851) Der Talisman
Entstehung
Seite
25
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Richard, indem er sich langsam und halb wider Willen nachseiner königlichen Bittstellerin umdrehte-

Aber cs stand in keines Mannes Vermögen, am wenigstenin dem eines Bewunderers der Schönheit wie Richard, beidem Schönheit den zweiten Rang nach dem Ruhme einnahm,ohne Rührung die Züge und die Angst der schönen Berengaria zuerblicken, und ohne innige Theilnahme ihre Lippen und Stirneauf seiner Hand zu fühlen, die von ihren Thränen benetztwurde. Nach und nach wandte er sein männliches Gesicht ihrzu, und blickte sie mit dem zärtlichsten Ausdruck an, dessensein großes, blaues Auge, das so oft mit unerträglichemLichte strahlte, fähig war. Indem er ihr schönes Haupt strei-chelte, und die Finger seiner großen Hand durch ihre glän-zenden, aufgelösten Locken streifte, erhob er sich und küßte dasEngelsantlitz, das sich in seiner Hand verbergen zu wollenschien. Die kräftige Gestalt, die hohe, edle Stirne, der ma-jestätische Blick, die nackten Arme und Schultern, die Löwen-häute um ihn herum, und das schöne, zarte weibliche Wesen,das vor ihm kniete, hätten zu einem Bilde des Herkules, dersich nach einem Zwist mit seinem Weibe Dejanira versöhnt,verwandt werden können.

Noch einmal, was sucht die Dame meines Herzens in ihresRitters Zelt zu einer so frühen, ungewöhnlichen Stunde?"

Verzeihung, mein gnädigster Herr, Verzeihung!" sagtedie Königin, deren Furcht sie abermals unfähig machte, ihrVermittlungsgesuch anzubringcn.

Verzeihung! wofür?" fragte der König.

Zuerst für den zu kühnen und vorschnellen Eintritt"

Sie stockte.

Du zu kühn! dann müßte auch die Sonne um Verzei-hung bitten, wenn ihre Strahlen durch die Luftlöcher eines elen-