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13 (1851) Der Talisman
Entstehung
Seite
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Die Damen versammelten sich von Neuem, als Sir Ken-neth das Zelt verlassen hatte, und die Königin, anfangs vonEdiths bitteren Beschwerden bewegt, antwortete ihr nur, in-dem sie ihr ihr Sprödethum vorhielt und ihren Witz ergoßauf Unkosten der Kleidung, der Nation und vor Allem derArmuth des Ritters vom Leoparden, wobei sie viel muthwil-ligen Spott mit einiger Laune vermischt zeigte, bis Edith ge-nöthigt war, ihre Beklommenheit in ihrem abgesonderten Ge-mache zu verbergen. Als aber am Morgen eine Dienerin,welche Edith auf Erkundigung ausgeschickt hatte, die Nachrichtbrachte, daß die Standarte vermißt werde, und daß ihr Hü-ter verschwunden sei, da stürzte sie in das Gemach der Kö-nigin und beschwor ste, aufzustehcn und ohne Verzug nach demZelt des Königs zu eilen, um durch ihre mächtige Vermitte-lung den üblen Folgen ihres Scherzes zuvorzukommen.

Die Königin, nun ihrerseits erschrocken, warf, wie gewöhn-lich, die Schuld ihrer Thorheit auf ihre Umgebung, und suchteEdith in ihrem Schmerze zu trösten, und in ihrem Leid zu be-ruhigen durch tausend ungereimte Gründe. Sie war gewiß, daßsich kein Unglück ereignet habe der Ritter lag im Schlafe,b.ildete sie sich ein, nach seiner Nachtwache. Gesetzt auch, daßer aus Furcht vor des Königs Ungnade mit der Standartedavongelaufen sei, die Fahne war ja nur ein Lappen Seide,und er nur ein armer Abenteurer. Und wenn er auf eineZeit lang in's Gefängniß gesetzt worden sei; sie wolle ihmbeim König schon Verzeihung auswirken; man müsse nur erstden Zorn Richards vorübergeben lassen.

So fuhr sie fort, zu plaudern und alle Arten von Unge-reimtheiten aufzutischen, in der vergeblichen Hoffnung, Edithund sich selbst zu überreden, daß kein Unglück aus einem Scherzentstehen könne, den sie nun im Herzen bitterlich bereute- Aber

Der Talisman. II. 2