Edith, außer wenn sie gelegentlich einen zu gekünstelten Kopsputzoder ein nicht recht passendes Kleid der Ladp tadeln konnten: dennin diesen Künsten stund die letztere zurück. Die stumme Liebedes schottischen Ritters war in der That nicht unbemerkt ge-blieben; seine Farben, sein Wappen, seine Waffenthaten undseine Wahlsprüche wurden genau beobachtet, und bei Gelegen-heit zu einem vorübergehenden Scherz verwandt. Aber hierauffolgte die Wallfahrt der Königin und ihrer Damen nach En-gaddi, welche Reise die Königin unter einem Gelübde für dieGenesung ihres Gemahls unternommen hatte, und zu derenAusführung sie bestärkt worden war von dem Erzbischof vonTprus, der einen politischen Grund hierbei hatte. Damalswar es, und zwar in der Kapelle des heiligen Ortes, die vonoben mit einem Kloster der Karmeliterinnen, von unten mitder Zelle des Einsiedlers in Verbindung stand, daß eine von denDamen der Königin das vertraute Zeichen bemerkte, welchesEdith ihrem Liebhaber gegeben, und alsbald ihrer Majestät dieMittheilung davon machte. Die Königin kam von ihrer Wall-fahrt zurück, bereichert mit diesem wunderthätigen Recept gegenMißmuth und Langweile; zur nämlichen Zeit war auch ihr Ge-folge vergrößert worden durch zwei unglückliche Zwerge, einGeschenk der entthronten Königin von Jerusalem, die so mißge-bildet und närrisch waren (Haupteigenschaften dieser elenden Ge-schöpfe), als es sich eine Königin nur wünschen konnte. Es wareiner der lustigen Einfälle von Bcrcngaria, zu versuchen, welcheWirkung die plötzliche Erscheinung so gräßlicher und gespenstigerGestalten auf die Nerven des Ritters, der allein in der Kapelle zu-rückgeblieben war, haben würde; aber der Spaß wurde vereiteltdurch die ruhige Fassung des Schotten und durch die Dazwi-schenkunft des Einsiedlers. Nun hatte sic einen zweiten Spaßversucht, dessen Folgen ernster zu werden drvheten.
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