und da sie ihm an Geist nicht gleich kam, so fühlte sie sichnicht dadurch geschmeichelt, daß er sich lieber mit Edith Plan-tagenet, als mit ihr unterhielt, weil er mehr Vergnügen,mehr Verstand und mehr Schwung des Geistes und Herzensin der Unterhaltung seiner Verwandtin fand, als in der sei-ner schönen Gemahlin. Berengaria haßte darum Edith nicht,noch weniger dachte sie daran, dieselbe zu betrüben: denn,ein wenig Eigenliebe abgerechnet, war ihr Gemüth im Gan-zen unschuldig und edelmüthig. Aber die Damen ihres Ge-folges, in solchen Stücken scharfsinnig, hatten bereits "die Ent-deckung gemacht, daß ein beißender Scherz auf Unkosten derLady Edith das wirksamste Mittel sei, die trägen Lebensgei-ster der Königin von England zu erwecken, und diese Ent-deckung ersparte ihrer Erfindungskraft manche Mühe.
Hierin zeigte sich wenig Edelmuth: denn Ladp Edith wurdeals eine Waise angesehen; und obwohl sie Plantagenet unddas schöne Fräulein von Anjou genannt wurde, und von Ri-chard Vorzüge zugestanden bekam, welche nur Glieder der kö-niglichen Familie erhielten, und ihren Platz am Hofe dem ge-mäß einnahm, so wußten doch nur wenige genau, und keiner,die den Hof von England kannten, wagte zu fragen, in wel-chem Grade sie mit Richard verwandt sei. Sie war mitEleonoren, der berühmten Königin Mutter von England, ge-kommen und mit Richard in Messina zusammcngctroffen alseine der für den Hof Berengaria's, deren Vermählung bevor-stund, auserlesenen Gesellschaftsdamen. Richard behandelteseine Verwandtin mit achtungsvoller Auszeichnung, und dieKönigin erwählte sie zu ihrer bevorzugten Gesellschafterin,und behandelte sie, der kleinen Eifersucht, deren wir erwähnthaben, zum Trotz, im Allgemeinen mit geziemender Sichtung.
Die Hofdamen hatten lange keinen weiteren Vortheil über