räther muß er sein, doch hat er den Streich von RichardPlantagenet erwartet, als wenn wir unfern Arm erhobenhätten, seiner Schulter den Ritterschlag zu geben. Hätte er dasgeringste Zeichen von Furcht merken lassen — hätte nur ein Gliedgezuckt oder ein Augenlid sich bewegt; ich hätte ihm den Schä-del wie eine Krystallschale zerschlagen. Aber ich kann nichtschlagen, wenn ich weder Furcht noch Widerstand sehe."
Ein Stillschweigen folgte-
„Mein König," sagte Kennet- —
„Ha!" unterbrach ihn Richard, „hast du die Sprache wie-dergefunden? Erflehe dir Gnade vom Himmel, nicht von mir:denn England ist entehrt durch deine Schuld, und wenn dumein eigener und einziger Bruder wärst, so fände deine Schuldkeine Vergebung "
„Ich spreche nicht, um die Gnade eines Sterblichen zu er-flehen," sagte der Schotte; „es steht in Eurem guten Willen,mir Frist zur Beichte zu geben oder zu verweigern — wennMenschen mir dies versagen, so mag Gott mir die Absolutiongewähren, die ich sonst von der Kirche begehrt hätte- Aberob ich in diesem Augenblick sterbe oder in einer halben Stunde,so bitte ich Eure Majestät, mir ein kurzes Gehör im Gehei-men zu schenken, da ich Euch Dinge zu sagen habe, die fürEuren Ruf als christlicher König von der höchsten Wichtigkeit sind."
„Sag' an," sagte der König, nicht zweifelnd, daß er irgendein Bekcnntniß über das Verschwinden des Banners zu hörenbekäme-
„Was ich zu sagen habe," sagte Sir Kennet-, „betrifft diekönigliche Würde von England, und ich kann vor keinem an-deren Ohr, als dem deinigen davon reden."
„Zieht Euch zurück, Ihr Herren," sagte der König zu Ne-ville und de Vaur-