„Thut das nicht," sagte die Lady. „Seid klug — zögert nichthier. — Alles kann gut werden, wenn Ihr nur schnell seid."
„Ich erwarte nur Eure Verzeihung," sagte der Ritter, immerknieend, „sür die Vermessenheit, daß ich glauben konnte, meinearmen Dienste könnten Euch nöthig und schätzbar sein."
»Ich verzeihe Euch. — Ach, ich habe nichts zu verzeihen!— Ich bin das Mittel Eurer Beschimpfung gewesen- — Aber,o geht! — Ich will verzeihen — ich will Euch schätzen —das heißt, wie ich jeden braven Kreuzfahrer schätze — wennIhr nur schnell fortgeht!"
„Empfangt zuvor dies köstliche aber unheilvolle Pfand,"sagte der Ritter, indem er Edith, die nun Bewegungen derUnruhe zeigte, den Ring darhielt.
„O, nein, nein!" sagte sie, sich weigernd, ihn anzunehmen.„Behaltet ihn, behaltet ihn als ein Zeichen meiner Achtung —meines Bedauerns, wollt' ich sagen. O geht, wenn nicht umEuretwillen, um meinetwillen."
Fast entschädigt selbst sür den Verlust der Ehre, womit sieihn bedroht hatte, durch den Antheil, den sie an seiner Sicher-heit zu nehmen schien, stand Sir Kennet- von den Kniecn auf,und, nachdem er einen flüchtigen Blick auf Edith geworfen,beugte er sich tief, und schien im Begriff, sich entfernen zu wol-len- In demselben Augenblick gewann die jungfräuliche Schamüber welche die Macht der Neigung bis jetzt gesiegt hatte,bei Edith wieder die Oberhand; sie eilte aus dem Gemach hin-aus, und da sie ihre Lampe im Gehen auslöschte, ließ sie SirKenncth in geistigem und sinnlichem Dunkel zurück-
Ihr zu gehorchen, war der erste klare Entschluß, der ihnaus seinen Träumen weckte, und er eilte nach der Stelle, wo erin das Zelt hereingekommen war. Unter der Zeltdeckc hinauszu kriechen, wie er hercingekrochen war, erforderte Zeit und