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13 (1851) Der Talisman
Entstehung
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geworfen. Ihr Haupt hatte keine andere Bedeckung als denSchleier ihres reichen, aufgelösten Haares, welches, rund her-um in Locken niederfallend, zur Hälfte ein Gesicht verbarg,worauf die Rothe der Bescheidenheit, der Kränkung und an-derer tiefen und lebhaften Empfindungen sich malte.

Obwohl aber Edith ihre Lage mit all' dem Zartgefühlbegriff, das am weiblichen Geschlecht am meisten rührt, soschien cs dennoch nicht, daß sie nur einen Augenblick im Zwei-fel stünde zwischen ihrer eigenen Scham und der Pflicht, welchesie dem schuldig zu sein glaubte, der in ihrem Namen in Fehlund Gefahr verlockt worden war. Sie zog freilich ihr Schleier-tuch fester über Nacken und Busen zusammen, und that hastigdie Lampe, die zu viel Licht auf ihre Züge warf, aus derHand; aber, während Sir Kenneth ohne Bewegung auf demFlecke blieb, wo er zuerst sichtbar geworden war, ging sie eherauf ihn zu als von ihm weg, und rief:Eilt schnell auf EuernPosten, tapfrer Ritter! man hat Euch durch Täuschunghierher gelockt fragt nicht weiter."

Ich brauche nicht zu fragen," sagte der Ritter, auf einKnie sich niederlaffend voll Ehrfurcht wie ein Heiliger amAltar, und seine Augen zu Boden senkend, damit seine Blickedie Verlegenheit der Lady nicht vermehrten.

Habt Ihr Alles gehört?" sagte Edith voll Unruhe-Bei allen Heiligen! warum wartet ihr noch, da jede flüch-tige Minute mit Entehrung droht?"

Ich hab's gehört, daß ich entehrt bin, Lady, und ich Hab'es von Euch gehört," antwortete Kenneth.Was kümmert'Smich, wie bald die Strafe folgt. Ich habe nur eine Bitte anEuch, und dann will ich unter den Säbeln der Ungläubigensuchen, ob nicht Entehrung mit Blut weggewaschen werdenkann."

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