222
schlag brachte, und daß Ihr mir den Ring vom Finger zöget,gerade als ich die Erklärung that, daß es einem Fräuleinnicht zustehe, über einen solchen Gegenstand zu wetten."
„Nein, aber, Mylady Edith," sagte eine andere Stimme,„Ihr werdet, nchmt's nicht übel, zugeben müssen, daß IhrEuch sehr huldvoll über das Verdienst des nämlichen Rittersvom Leoparden geäußert habt "
„Und wenn ich cs that, Schätzchen," sagte Edith zürnend,„ist das ein Grund, daß du das Wort nimmst, um IhrerMajestät Laune zu schmeicheln? Ich sprach von diesem Rit-ter wie Jedermann von ihm spricht, der ihn auf dem Schlacht-felde gesehen hat, und ich war nicht mehr eingenommen fürseine Vertheidigung als du für seine Verkleinerung. Vonwas sollen Frauen reden in einem Lager, wenn nicht vonKriegern und Kriegsthaten?"
„Die edle Lady Edith," sagte eine dritte Stimme, „hatCalista und mir nie verzeihen können, seit wir Eurer Maje-stät von den Rosenknospen gesprochen haben, welche sie in derKapelle fallen ließ."
„Wenn Eure Majestät," sagte Edith in einem Ton, wor-in Sir Kenneth den einer ehrerbietigen Vorstellung erkannte,„mir keinen anderen Befehl zu geben hat als den, den SpottEurer Kammerfrauen zu ertragen, so bitte ich um Erlaub-niß, mich entfernen zu können."
„Still, Florise," sagte die Königin, „und laß dich unsereNachsicht nicht verleiten, den Unterschied zu vergessen, derzwischen der Verwandtin von England und dir ist. Aber Ihr,liebe Base," fuhr sie fort, eine» scherzhaften Ton wiederumannehmcnd, „wie könnt Ihr uns, wenn Ihr ein gutes Herzhabet, ein kurzes Lachen verargen, nachdem wir lange Tagemit Heulen und Zähneklappern zugebracht haben?"