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„Nein, fürwahr," sagte die erste Sprecherin, „unsere BaseEdith soll zuerst erfahren, wie sich dieser gepriesene Tropfbetragen hat, und es muH uns möglich bleiben, ihr den Be-weis vor Augen zu stellen, daß er sich an seiner Pflicht ver-gangen hat. Diese Lektion wird ihr heilsam sein: denn glaub'mir, Calista, mir ist es manchmal vorgekommcn, als wennsie diesen schottischen Abenteurer näher an ihrem Herzen sitzenließe, als Klugheit billigen kann "
Eine der anderen Stimmen ließ sich hierauf vernehmen,die von Lady Ediths Klugheit und Verstand sprach.
„Klugheit. Mädchen!" war die Antwort — „Es ist bloßerStolz und die Sucht, für weiser als eine von uns zu gelten.Nein, ich will meinen Vortheil nicht aus der Hand lassen.Ihr wisset wohl, daß, wenn sie uns auf einem Fehler er-wischt, keine uns dann unseren Jrrthum mit Feinheit auf eineumständlichere Art Vorhalten kann, als Lady Edith — dochda kommt sie."
Eine in das Gemach hereintretende Gestalt warf auf denVorhang einen Schatten, der sich langsam dahinbewegte, biser sich endlich mit den anderen Schatten vermengte. Unge-achtet der bittern Täuschung, die er erfahren, ungeachtet desSchimpfes und der Verachtung, womit er aus Bosheit oderwenigstens aus übler Laune von der Königin Bcrengaria(denn er schloß, daß die, welche am lautesten und in einembefehlenden Tone sprach, Richard'S Weib sei) behandelt wor-den war, fühlte der Ritter etwas so Besänftigendes in seinemHerzen, als er erfuhr, daß Edith an dem ihm gespieltenPossen keinen Antheil habe, und zu gleicher Zeit versprachdie Scene, die sich nun eröffncte, seiner Neugier so viel Auf-schluß, daß er, anstatt das klügere Vorhaben eines alsbaldi-gen Rückzuges auszuführen, im Gegentheil sorgsam nach einem