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digen, treu- und herzlosen Vasallen geschickt hat, nicht weitervon hier entfernt ist, als ein Bolzen meiner Armbrust reicht."
Der Ritter betrachtete den Ring wiederum, als wolle ersich vergewissern, daß keine Verwechslung des Zeichens mög-lich sei. — „Sage mir," sagte er zu dem Zwerg, „verlangtman mich auf eine kurze oder lange Zeit?"
„Zeit!" antwortete Nectabanus in seiner lebhaften Weise;„was nennt Ihr Zeit? Ich sehe sie nicht — ich fühle sienicht — es ist nur ein dunkler Name — eine Wiederholungder Athemzüge, die man Nachts nach dem Klang einer Glockeund am Tage nach dem wachsenden Schatten einer Sonnen-uhr mißt. Weißt du nicht, daß die Zeit eines ächten Rittersnur nach den Thaten gemessen werden soll, die er für Gottund seine Dame verrichtet?"
„Das ist Wahrheit, obgleich im Munde der Thorhcit,"sagte der Ritter. „Und verlangt meine Dame wirklich eineThat von mir in ihrem Namen und zu ihrem Frommen? —und könnte ^dicse That nicht um wenige Stunden bis zumTagesanbruch verschoben werden?"
„Sie fordert dein alsbaldiges Erscheinen," sagte der Zwerg,„ohne nur so lange zu zögern, als zehn Körner in der Sand-uhr zum Niederfallen brauchen. Höre, kalter und argwöhnischerRitter, dies find ihre eigenen Worte — Sag' ihm, daß dieHand, welche Rosen fallen ließ, Lorbeern verleihen kann."
Diese Anspielung auf die Bewegung in der Kapelle vonEngaddi rief tausend Betrachtungen in die Seele Sir Kennekhszurück, und überzeugte ihn, daß die von dem Zwerg VerbrachteBotschaft Vertrauen verdiene. Die Rosenknospen, obwohl ver-welkt, wurden immer noch unter seinem Harnisch, nahe beimHerzen verwahrt. Er zauderte und konnte sich nicht ent-schließen, einer Gelegenheit zu entsagen, die sich vielleicht