gierenden Fürsten würdig zu machen. Jndeß der feine Ge-schmack des Italieners sah in der Verschwendung der Gerichte,unter welchen die Tafel seufzte, mehr Ueberladung als feineWahl und Glanz.
Die Deutschen, die den kriegerischen und freien Charakterihrer Vorfahren, welche das römische Reich zerstörten, immernoch bewahrten, hatten zugleich einen Anstrich der alten Barba-rei behalten. Die Grundsätze und Gebräuche des Ritterthumswurden bei ihnen zu keiner so hohen Verfeinerung gebracht wieunter den französischen und englischen Rittern, eben so wenigwaren sie strenge Beobachter des guten Gesellschaftstoncs, denjene Völker als den Gipfel der Bildung betrachteten. An derTafel des Erzherzogs fitzend, wurde Conrad zugleich betäubtund belustigt durch das Getöse teutonischer Laute, die von allenSeiten her in sein Ohr drangen, ungeachtet der Festlichkeit einesfürstlichen Mahles. Ihre Kleidung kam ihm ebenfalls ausfallendvor: viele der östreichischen Edlen hatten lange Bärte, und fastalle trugen kurze Jacken von verschiedenen Farben, deren Schnitt,Stickerei und Besatz von der westeuropäischen Weise abwich.
Eine Unzahl untergeordneter Diener jedes Alters, die indem Zelte waren, mischten sich von Zeit zu Zeit in das Ge-spräch, empfingen von ihren Herren die Ueberbleibsel des Mah-les, und verschlangen dieselben stehend hinter dem Rücken derGäste. Narren, Zwerge und Minnesänger waren in unge-wöhnlicher Zahl zugegen und zeigten fich lärmender und vor-lauter, als es ihnen in einer besser geregelten Gesellschaft er-laubt gewesen sein würde. Da sie nach Belieben des Weines,der rings in Strömen floß, genießen konnten, so wurde ihrkeckes Lärmen nur desto ausgelassener.
Während der Mahlzeit und in der Mitte dieses Getösesund Durcheinanders, das fich mehr für ein deutsches Wirthshaus