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13 (1851) Der Talisman
Entstehung
Seite
120
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rem eigenen stolzen und verschlossenen Nationalcharakter ihrenGrund hatte, für einen Beweis ihrer hinterlistigen und ge-fährlichen Pläne ansah, die, wie er mit ächt englischer Ueber-zeugung glaubte, nie durch offenes männliches Handeln zumNachtheil Englands verwirklicht werden könnten.

Obgleich de Vaur in Rücksicht seiner nördlichen Nachbarndiese Gefühle unterhielt, und dieselben, mit weniger Milde-rung, selbst auf die schottischen Kreuzfahrer ausdehnte; somachte doch die Achtung, die er für den König hegte, und diePflicht, die ihm sein Kreuzfahrer-Gelübde auferlcgte, daß erseine Abneigung auf keine andere Weise kund gab, als dadurch,daß er jedes Zusammentreffen mit seinen schottischen Waffen-brüdern, so viel als möglich, gewissenhaft vermied daß erein düsteres Schweigen beobachtete, wenn er gelegentlich mitihnen zusammentraf und daß er sie trotzig anblickte, wennsie ihm auf dem Marsch oder im Lager in den Weg kamen.Die schottischen Barone und Ritter waren nicht die Männer,diesen Trotz unbeachtet oder ungerochen hinzunehmen, und cskam so weit, daß er als der entschiedene und thätige Feindeines Volkes angesehen wurde, das er jedoch nur verschmähteund gewissermaßen verachtete. Jndeß wurde von genauerenBeobachtern bemerkt, daß, wenn er gegen die Schotten nichtdie evangelische Liebe hatte, die Alles duldet und die freund-lich richtet, er darum keineswegs der untergeordneten undbeschränkten Tugend ermangelte, welche die Roth des Nächstenerleichtert und aufhebt. Der Reichthum von Thomas vonGilsland verschaffte ihm Ueberfluß an Mundvorrath und Arz-neien, und ein Theil von diesen floß gewöhnlich durch geheimeKanäle in das Lager der Schotten; seine mürrische Mildthätig-keit ging von dem Grundsatz aus, daß zunächst nach demFreund der Feind die wichtigste Person für einen Mann sei,