schen Italienern und Deutschen, ja selbst zwischen Dänen undSchweden; aber unsere Erzählung befaßt sich hauptsächlich nurmit dem Zwiespalt der zwei Völker, welche eine und dieselbeInsel hervorgebracht hat, und die gerade darum nur destoheftiger gegen einander erbittert schienen.
Von allen englischen Edlen, die ihrem König nach Palä-stina gefolgt waren, war de Vaur am meisten gegen die Schot-ten eingenommen; sie waren seine nächsten Nachbarn, mit de-nen er während seines ganzen Lebens in persönlicher oderöffentlicher Fehde verwickelt gewesen war, und denen er man-chen Schaden zugefügt batte, so wie er von ihrer Seite man-ches Unheil erlitten. Die Liebe und Ergebenheit zu seinemKönig war der lebhaften Zuneigung ähnlich, welche die alt-englische Dogge für ihren Herrn zeigt: sie machte ihn finsterund unzugänglich für alle Anderen, selbst solche, gegen die ernicht eingenommen war, aber rauh und gefährlich gegen die,gegen welche er ein Vorurtheil gefaßt hatte. De Vaur hattees nie ohne Eifersucht und Mißfallen bemerkt, wenn sein Kö-nig irgend ein Zeichen von Gunst oder Wohlgefallen der schlech-ten, falschen und grausamen Menschenrasse gab, die auf demjenseitigen Ufer eines Flusses oder jenseits einer durch dieWildniß in der Einbildung gezogenen Linie geboren wurde,und er bezweifelte das Gelingen des Kreuzzugcs, worin fiegeduldet würden, die Waffen zu tragen, indem er fie in sei-nem Herzen für weniges besser als die Saracenen hielt, zuderen Befehdung er gekommen war. Es mag noch bemerktwerden, daß, da er selbst ein derber und offenherziger Eng-länder war, ungewohnt die geringste Regung von Liebe oderMißfallen zu verbergen, er die Sprache der Höflichkeit, welchedie Schotten entweder durch Nachahmung ihrer oftmaligenVerbündeten — der Franzosen erlernt hatten, oder die in ih-