Druckschrift 
13 (1851) Der Talisman
Entstehung
Seite
121
Einzelbild herunterladen
 

121

und sie sprang über Alles, was dazwischen lag, leicht hinweg,als wäre es nicht der Muhe werth, nur daran zu denken.Diese Erklärung ist nothwendig, damit der Leser völlig ver-stehe, was wir nun erzählen wollen.

Thomas de Vaur hatte sich von der Thüre des königlichenGezcltes nur wenige Schritte entfernt, als er sich überzeugte,daß, wie es das schärfere Ohr des englischen Monarchen, derin der Kunst der Minstrels nicht wenig geübt war, gleich ent-deckt hatte, die Musik von Pfeifen, Zinken und Pauken derSaracenen herrnhre; und am Ende einer Zeltgasse, die einenbreiten Eingang zum Gczelte Richards bildete, sah er ein Ge-dränge müßiger Krieger den Platz umringen, von dem dieMusik herkam, fast in der Mitte des Lagers; und zu seinemgroßen Erstaunen sah er unter den Helmen von verschiedenerForm, welche die Kreuzfahrer der verschiedenen Völker tru-gen, weiße Turbane und lange Speere, was die Gegenwartbewaffneter Saracenen ankündigte, und die mißgestaltetenKöpfe einiger Kameele und Dromedare, welche mit ihren lan-gen, unmäßigen Hälsen über die Menge hinausragten.

Befremdet und ärgerlich über einen so unerwarteten undseltsamen Anblick, denn es war herkömmlich, die Unterhänd-ler und sonstigen Gesandten, die vom Feinde kamen, auf einerbestimmten Stelle vor dem Lager zu lassen blickte der Ba-ron begierig umher, ob nicht Jemand käme, den er um dieUrsache dieser beunruhigenden Neuerung befragen könne.

Die erste Person, die von ferne auf ihn zukam, hielt erihrem stolzen und ernsten Einherschreiten nach für einen Spa-nier oder Schotten, und als sie sich genähert hatte, murmelteer vor sich selbstes ist ein Schotte der vom Leopar-den. Ich habe ihn sich ziemlich gut schlagen sehen für ei- ,neu aus seinem Lande."