Siebentes Kapitel.
Zu jeder Zeit, n>o Schottlands BravenMit denen Englands znsammentrafcn.
Ist an den Marken roth Blut geflossenWie Regenwasser in den Gossen.
Schlacht von Otterbourn.
Ein beträchtlicher Haufe schottischer Krieger hatte sich denKreuzfahrern angeschloffen, und sich natürlich unter den Ober-befehl des englischen Monarchen gestellt, da die meisten dersel-ben gleich den Englischen von sächsischem oder normannischem Ur-sprung waren, die nämliche Sprache redeten, sowohl englischeals schottische Domänen, wenigstens zum Theil besaßen, undBeispiele von Verwandtschaft und Heirath zwischen beidenVölkern vorkamen. Diese Periode ging außerdem derjenigenvoran, wo der um sich greifende Ehrgeiz Eduards l. den Krie-gen zwischen den beiden Völkern einen tödtlichen und giftigenCharakter gegeben hatte, wo die Engländer für die Unterjo-chung Schottlands fochten, und die Schottländer mit allerEntschlossenheit und Hartnäckigkeit, Eigenschaften, die manhäufig an ihnen bemerkt, die Unabhängigkeit ihres Landes ver-tbeidigten durch die gewaltsamsten Mittel, unter den ungün-stigsten Umständen, mit der blindesten Tollkühnheit. Bis jetztwaren die Kriege zwischen beiden Völkern, obschon sie heftigund häufig waren, nach den Grundsätzen offener Feindseligkeitgeführt worden, und höfliches Benehmen so wie die Achtungfür einen offenen und edlen Feind milderten und besänftigtendie Schrecknisse des Krieges. Daher kam es, daß in Friedens-