rung des heiligen Landes zerstreuen könnte — was hält EureMajestät davon, wenn man ihn zum Anführer des Christcn-heers erwählte?"
„Hm, Lesu-8öi>nt?" antwortete der König. „O, an demBruder Gilcs Amaury kann nichts auSgesctzt werden — erversteht es, eine Schlacht anzuordnen, und an der Spitze zufechten, wenn sie beginnt- Aber, Sir Thomas, wäre es schön,das heilige Land dem Heiden Saladin zu entreißen, der jeg-liche Tugend besitzt, die einen Nichtchristcn zieren mag, unddasselbe dem Giles Amaury zu übergeben, ihm, der ein schlim-merer Heide ist — ein Götzendiener —ein Teufelsverehrer—einSchwarzkünstler — der die schwärzesten und unnatürlichstenLaster verübt in den verborgenen Gewölben der Finsternißund der Abscheulichkeit?"
„Der Großmeister der Ritter von St. Johannes von Je-rusalem ist weder wegen Ketzerei noch Zauberei berüchtigt,"sagte Thomas de Vaur.
„Aber ist er nicht ein elender Geizhals?" sagte Richardhastig; „war er nicht verdächtig—ja, mehr als verdächtig —den Ungläubigen alle die Vortheile verkauft zu haben, die sienie mit bloßer Macht errungen haben würden? Schweig' vonihm, Mann; besser wäre es, das Heer an die venetianischcnSchiffer und die lombardischen Krämer zu verkaufen, als esdem Großmeister von St. Johannes anzuvertrauen."
„Nun so bliebe mir nur noch ein Vorschlag übrig," sagteder Baron de Vaur — „was haltet Ihr von dem stattlichenMarquis von Montserrat, den Klugheit, Geschmack und Rit-terlichkeit auszcichncn?"
„Klugheit? Verschmitztheit, willst du sagen," versetzte Ri-chard; „er hat Geschmack im Zimmer einer Dame, wenn du willst.Ja freilich Conrad von Montserrat —wer kennt nicht den Wind-Der Talisman. I. 8