III
Krieger, und Zwietracht und Hader im Christcnheere erzeugen.Bedenkt, daß Eure Krankheit die Quelle ihrer Unternehmungenversiegen macht; eher würde eine Wurfmaschine ohne Drehe undHebel wirken, als das Christenheer ohne König Richard."
»Du schmeichelst mir, de Vaur," sagte Richard; und nichtgleichgültig gegen die Macht des Lobes, legte er sein Haupt aufdas Kissen mit einem größeren Anschein von ruhigem Verhalten,als er bisher gezeigt hatte. Aber Thomas de Vaux war keinHöfling; die Acußerung, die er gethan hatte, war unwillkürlichauf seine Lippen gekommen, und er verstand sich nicht darauf,das gefällige Thema sortzusetzen, und den Kitzel, den er erregthatte, zu unterhalten. Darum schwieg er still, bis der König,der wieder in seine mürrische Launen versank, ihm hastig sagte:„Ilespsrclieux! das sind gute Worte, einen kranken Mann zubesänftigen; aber darf ein Bund von Fürsten, eine Versammlungvon Edlen, eine Vereinigung der ganzen Ritterschaft von Eu-ropa bei der Krankheit eines Einzelnen zusammenbrechen, undwäre dieser auch der König von England selbst? Wie sollteRichards Krankheit oder Tod den Marsch von dreißigtausendMann hemmen können, die alle so tapfer sind wie er? Wennder alte Hirsch zu Boden gestürzt liegt, die Heerde zerstreutsich darum nicht — wenn der Falke den anführenden Kranichstößt, so nimmt ein anderer die Leitung des Schwarmes- —Warum vereinigen sich nicht die Mächte zur Wahl irgend Eines,dem man die Führung des Heeres anvertraue?"
»Freilich, und wenn cs Eurer Majestät gefällt," sagte deVaux, »ich höre, daß Berathungen in dieser Rücksicht unterden königlichen Anführern gepflogen werden."
„Was!" schrie Richard, dessen Eifersucht erwachte, derAufgeregtheit seines Geistes eine andere Richtung gebend, —„bin ich bei meinen Verbündeten vergessen, ehe ich das letzte