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würde geduldet haben, daß de Vaur in seiner Eigenschaft alsKrankenwärter seinen königlichen Herrn nöthigte, seine vorigeLage wieder cinzunehmen, und daß er die nervigen Arme undSchultern und de» Nacken desselben bedeckte mit einer Sorgfalt,wie sie eine Mutter einem unruhigen Kinde erweist.
„Du bist eine scharfe Wärterin, obschon eine gutmeinende,de Vaur," sagte der König bitter lachend, während er sich demZwange fügte, dem er nicht widerstehen konnte; „fürwahr eineHaube müßte deinem sauberen Gesichte so wohl anstehen wie mei-nem ein Kindermützchen. Wir wären eine Amme und ein Kind-chen, um kleine Mädchen fürchten zu machen!"
„Wir haben Männer fürchten gemacht, mein Fürst, zuunserer Zeit," sagte de Vaur; »und ich hoffe, wir werden nochlange genug leben, um sie wieder fürchten zu machen. Was istein Fieberanfall, daß wir nicht ein wenig geduldig sein soll-ten, um ihn bald los zu werden?"
„Fieberanfall!" schrie Richard heftig; „du magst nicht mitUnrecht glauben, daß es sich bei mir nur darum handelt; aberwas ist's mit allen anderen Christenfürsten — mit Philipp vonFrankreich — mit dem plumpen Oestreich, mit dem von Mont-scrrat — mit denen vom Hospital — mit den Templern — wasist es mit allen diesen? — Ich will dir's sagen, es ist eineLähmung — eine Narrsucht — eine Krankheit, die sie derSprache und der That beraubt — ein Krebs, der in ihremHerzen alles Edle, Ritterliche und Mannhafte weggcfreffen —der sie untreu gemacht hat an dem heiligsten Gelübde, wodurchje Ritter sich verpflichtet haben — der sie gleichgültig gemachthat gegen ihren Ruhm und pflichtvergessen gegen Gott!"
„Um des Himmels willen, mein Fürst," sagte de Vaux,„seid nicht so heftig- Man könnte Euch vor der Thüre hören,wo dergleichen Reden leider schon zu bekannt sind beim gemeinen