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wurde sie von seiner Neigung zu ihr immer mehr und mehrüberzeugt, und in ihrem Glauben immer mehr und mehr be-stärkt, daß sie in Kenncth von Schottland den ausersehcncnRitter erblickte, der dazu bestimmt sei, in Wohl und Weh —und die Zukunft zeigte sich düster und gefahrvoll — jene lei-denschaftliche Zuneigung mit ihr zu thcilcn, der die Dichterder Zeit eine so ausgedehnte Herrschaft zuschrieben, und dieihrem Geiste und Wesen nach auf gleiche Linie mit der An-dacht sich stellte.
Verbergen wir unfern Lesern die Wahrheit nicht. AlsEdith sich des Zustandes ihres Herzens bewußt wurde, ob-wohl ihre Liebe eine edle war, wie sie einem dem Thronevon England nahe stehenden Mädchen ziemte, obwohl ihrStolz sich geschmeichelt fühlte durch die zwar stummen aberunausgesetzten Huldigungen, welche der Ritter, den sie be-günstigte, ihr darbrachte; so kamen Augenblicke, wo die Ge-fühle des liebenden und geliebten Weibes gegen den Zwangmurrten, womit Lage und Verhältnisse sie umgaben, und wosie fast die Schüchternheit ihres Liebhabers tadelte, der ent-schlossen schien, nichts dagegen zu unternehmen. Die Etikette,um ein neueres Wort zu gebrauchen, von Geburt und Rang,hatte um sie einen magischen Kreis gezogen, außerhalb wel-ches Sir Kenneth sich beugen und schauen durste, aber inner-halb welches zu kommen er so wenig wagen durfte, als einbeschworner Geist cs wagt, die Gränze zu überschreiten, dieihm der Stab eines mächtigen Beschwörers vorgezeichnet hat.Unwillkührlich bemächtigte sich ihrer der Gedanke, daß sie selber,wäre cs auch nur mit der Spitze ihres schönen Fußes, sich überdie vorgezeichnete Gränze hinüber wagen müsse, wenn sie jeeinem so zurückhaltenden und schüchternen Liebhaber Gelegen-heit verschaffen wolle zu einer so geringen Gunstbezeugung, wie