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war als die, welcher den Perser von der Sonne scheidet, dieer anbetct. Aber wann wäre der hohe Stand eines Weibesje zu hoch gewesen, um die leidenschaftliche Neigung einesLiebhabers zu ubersehen, auch wenn derselbe geringerenStandes war? Ihr Blick ruhte auf ihm bei den Turnieren,ihr Ohr hörte sein Lob in jedem Berichte der Schlachten, dietäglich geliefert wurden, und während Grafen, Herzoge undLords sich um ihr Herz bewarben, wandte sich dasselbe, viel-leicht unwillkührlich im Anfänge oder doch unwissentlich, demarmen Ritter vom Leoparden zu, der, seinen Rang zu be-haupten, außer seinem Schwerte nur Weniges hatte. Wannsie schaute und wann sie horchte, sah und hörte die Ladp ge-nug, was sie in ihrer Wahl bestärken konnte, die im Anfängeblindlings gehandelt hatte. Wurde die persönliche Schönheiteines Ritters belobt, so wußte selbst die sprödeste Dame deskriegerischen Hofes von England eine Ausnahme zu Gunstendes Schotten Kenneth zu machen; und öfters ereignete essich, daß ungeachtet der großen Geschenke, welche Fürsten undPairs an die Sänger verschwendeten, ein freier und unab-hängiger Geist sich des Dichters bemächtigte, und daß dieHarfe vom Heldenmut- eines Ritters ertönte, der weder Zel-ter noch Gewänder als Zeichen seines Beifalls zu verleihenhatte.
Die Augenblicke, wo sie auf das Lob ihres Liebhabershorchte, wurden der hochgeborncn Edith nach und nach theu-rcr: sie entschädigten ihr Ohr für die Schmeicheleien, derenes überdrüssig war, und boten ihr Stoff zu geheimer Be-trachtung, je mehr er denn auch der allgemeinen Meinungnach an Verdienst diejenigen übertraf, die ihm an Rang undReichthum vorübergingen. Als ihre Aufmerksamkeit beständig,obwohl mit Behutsamkeit, auf Sir Kenneth gerichtet blieb,