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bildungskraft. Während diese Gedanken durch Kenncth's Geistfuhren, kehrte die Prozession nach der nämlichen Thüre zu-rück, durch welche sie hereingekommen war. Die Chorknaben,die schwarzen Nonnen verschwanden nach und nach durch dieoffene Thüre — endlich ging auch sie hindurch, von der erdas doppelte Zeichen erhalten hatte — doch beim Durchgangdrehte sie das Haupt, zwar nur ein wenig, aber doch merk-lich, der Stelle zu, wo er starr, wie ein Bild, zurückblieb.Er bemerkte das letzte Wehen ihres Schleiers — sie war fort— und eine Finsterniß sank über seine Seele kaum wenigerschwarz als die, welche unmittelbar darauf sein Auge um-hüllte: denn die letzte Chorsängerin hatte nicht so bald dieSchwelle der Thüre überschritten, als dieselbe mit lautemSchalle sich schloß, und in demselben Augenblicke schwieg derChorgesang, die Lichter der Kapelle erloschen auf einmal, undSir Kenneth blieb allein im Stockfinstern zurück. Aber Ein-samkeit und Finsterniß, und die Ungewißheit seiner geheimniß-vollcn Lage waren für Kenneth nichts — er dachte nicht dar-an — er kümmerte sich nicht darum — er dachte an nichtsin der Welt, außer an die flüchtige Erscheinung, die so ebenan ihm vorübergeschwebt war, und an die Zeichen der Gunst,die sie ihm zurückgelaffen hatte. Auf dem Boden nach denKnospen zu tasten, die sie hatte fallen lassen — dieselben anseine Lippen zu drücken — dann an seine Brust — bald eineum die andere, bald beide zugleich — seine Lippen auf diekalten Steine zu pressen, auf welche sie, so weit er dieselbenherauszufinden hoffte, vor wenigen Augenblicken erst getretenwar — alle Schwärmereien auszuführen, die eine heftigeLeidenschaft denen, die sich ihr unterwerfen, eingibt — dasAlles waren nur Beweise einer leidenschaftlichen Liebe, wiesie allen Zeiten gemein ist. Aber es war den Ritterzeiten