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vormals geschah, edle christliche Fräuleins sich öffentlich demDienst der Kirche widmeten. Viele dieser Klöster wurden,als vie Mohammedaner Palästina erobert hatten, unterdrückt;aber viele auch, die sich Duldung durch Geschenke erkauftoder dieselbe von der Gnade oder Verachtung der Siegerumsonst erhalten hatten, fuhren immer noch fort, im Stillendie Regel zu beobachten, zu welcher sie sich durch Gelübdegeweihet hatten. Obgleich Kennet- dies Alles wußte, sohatte doch der Ernst von Ort und Stunde, die Ueberraschungund die plötzliche Erscheinung dieser Geweihten und die gei-sterartige Weise, womit sie an ihm vorüberschwebtcn, einensolchen Einfluß aus seine Einbildungskraft, daß er es sichkaum vorstellen konnte, wie die schöne Prozession, die er sah,aus Geschöpfen dieser Welt bestünde: so sehr glichen dieselbeneinem Chor überirdischer Wesen, die dem höchsten Gegenstandder Anbetung ihre Huldigung brächten.
Solches war des Ritters erster Gedanke, als die Prozessionan ihm vorbei kam, kaum sich bewegend, daß heißt nur soviel, um nicht an derselben Stelle zu bleiben, so daß, in demschattigen, gedämpften Lichte gesehen, das die Lampen durchWolken von Weihrauch, welche den Raum verfinsterten, aus-goffen, die Prozession mehr zu schweben als zu gehen schien-
Aber als sie beim Umgang in der Kapelle zum zweitenMale an dem Fleck vorbei kamen, wo der Ritter kniete, ließeine der weißgekleideten Jungfrauen, die vorüberschwebten,aus dem Paternoster, das sie trug, eine abgclöste Rosen-knospe aus der Hand und, vielleicht unwillkürlich, gerade zuden Füßen von Sir Kenneth niederfallen. Der Ritter fuhrzusammen, als hätte ihn plötzlich ein Pfeil getroffen: dennist das Gemüth in hohem Grade durch Richtung und Erwar-tung überspannt, so schürt der geringste Zufall, der unver-