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13 (1851) Der Talisman
Entstehung
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und festen Felsen gehauen war. Aber während an jedem ande-ren Platze, den Sir Kennet- gesehen, die Bearbeitung des Fel-sen einen einfachen und unvollendeten Geschmack zeigte; so waran dieser Kapelle der Erfindungsgeist und der Meißel der ge-schicktesten Baukünstler verwandt worden. Die Gurten-Deckewölbte fich von beiden Seiten über sechs Säulen, die auf daSkunstvollste gearbeitet waren; die gothischcn Spitzbogen warenmit einander verbunden durch angemessene Verzierungen, unddies Alles war im feinsten Geschmack der Baukunst jenes Zeit-alters. In Uebereinstimmung mit der Säulenreihe befandenfich zu beiden Seiten sechs reich gearbeitete Nischen, von de-nen jede ein Bild eines der zwölf Apostel enthielt.

Aus dem erhöhteren, »ach Osten gerichteten Ende der Kapellestand der Altar, hinter welchem ein sehr reicher und schwer mitGold gestickter Vorhang von persischer Seide eine Blende ver-barg, die ohne Zweifel irgend ein Bild oder eine Reliquie vonungemeiner Heiligkeit enthielt, welcher zu Ehren dieser selt-same Ort der Anbetung eingerichtet worden war. Unter derVoraussetzung, daß dies der Fall sein müsse, näherte fich derRitter dem Altar, und als er vor demselben niedergekniet war,wiederholte er mit Inbrunst seine Gebete; doch mitten in derAndacht wurde seine Aufmerksamkeit auf den Vorhang gelenkt,der plötzlich aufgehoben oder vielmehr auf die Seite gezogenwurde; wie und durch wen dies geschah, konnte er nicht sehen;aber in der Nische, die so enthüllt war, bemerkte er einenSchrank von Silber und Ebenholz mit einer Flügelthüre, derim Kleinen das Bild einer gothischcn Kirche darstellte.

Als er mit ängstlicher Neugier nach dem heiligen Schreineblickte, thaten fich auch die beiden Flügel auf, und ließenein großes Holz sehen, auf welchem die Worte gemalt wa-ren: Vera 6rux; zu gleicher Zeit sang ein Chor weiblicher

Der Talisman. I. 6