Druckschrift 
13 (1851) Der Talisman
Entstehung
Seite
69
Einzelbild herunterladen
 

69

boden rauh bearbeitet waren und mit Kräutern und Blumenmancher Art umhangen. Zwei Wachskerzen, die der Einsied-ler anzündcte, gaben dem Ort ein heiteres Ansehen, undWohlgeruch und Kühlung machten ihn angenehm.

In der einen Ecke des Gemachs lag Arbeitsgeräthe, in deranderen war eine Nische für ein grobes Bild der heiligen Jung-frau. Ein Tisch und zwei Stühle kündigten sich als die Ar-beit des Einsiedlers an, da sie an Gestalt von den morgen-ländischen Geräthschaften abwichen. Jener war nicht alleinmit Schilf und Hülsenstüchten gedeckt, sondern auch mit ge-dörrtem Fleisch, das Thcodorich sorgsam auf eine Art dar-legte, welche die Eßlust seiner Gäste zu reizen im Stande war.Dieser obwohl stumme und nur in Handlungen vernehmbareAusdruck von Höflichkeit schien dem Sir Kenneth etwas ganzUnvereinbares mit dem früheren wilden und gewaltthätigenBetragen desselben Mannes zu sein. Die Haltung des Ein-siedlers war nun angemessen, und augenscheinlich war es nurdie fromme Demuth, die seinen Zügen, abgemagert wie siewaren durch die harte Lebensweise, den Ausdruck des Evlcnund Majestätischen benahm. Er schritt in seiner Zelle einherwie einer, der geboren ward über Menschen zu herrschen, undder dieser Herrschaft entsagt hat, um ein Diener des Himmelszu werden. Jedoch es muß zugegeben werden, daß sein rie-senmäßiger Wuchs, die Länge seines ungeschornen Bartesund Haares und das Feuer seines tiefen, lebhaften Auges eherdie Merkmale eines Kriegers, als eines Mönches waren.

Selbst der Saraccn schien den Einsiedler mit einer gewissenEhrfurcht zu betrachten, während derselbe so beschäftigt war,und er lispelte leise dem Sir Kenneth zu:Der Hamako istnun in seiner guten Laune; aber bevor wir gegessen haben,wird er nicht reden das ist sein Gelübde."