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nach Jerusalem zu reisen ohne einen Paß, das hieße dein Le-ben absichtlich auf's Spiel setzen."
„Ich habe einen Paß," antwortete der Ritter, ein Perga-ment hervorziehend, „mit Saladin's Hand und Siegel."
Der Saracen bückte sein Haupt in den Staub, als er Sie-gel und Schrift des berühmten Sultans von Aegypten und Sy-rien erkannte; und als er das Pergament mit großer Ehrfurchtgeküßt hatte, drückte er es gegen die Stirn und gab es danndem Christen mit den Worten zurück: „Unbesonnener Franke,du hast gegen dein und mein Blut gesündigt, daß du mirdies nicht zeigtest, als wir zusammentrafen."
„Du kamst mit erhobenem Speer," sagte der Ritter; „war'es eine ganze Schaar Saracenen gewesen, die mich so ange-sallen hätte, dann hätte es mit meiner Ehre bestehen mögen,des Sultans Paß zu zeigen, aber einem Einzelnen gegenüber— nein."
„Und doch war ein Einzelner hinreichend," sagte der Sa-raccn stolz, „deine Reise zu unterbrechen."
„Wahr, tapferer Muselmann," versetzte der Christ; „aberes gibt nur wenige deinesgleichen. Solche Falken fliegen nichtin Schaaren, und thun sie es, so fallen sie nicht mit Vielenüber einen Einzelnen her "
„Du läffest mir nur Gerechtigkeit widerfahren," sagte derSaracen, augenscheinlich über dies Complimcnt erfreut, so wieer gereizt gewesen war kurz zuvor durch die verhüllte Gering-schätzung, welche in dem Großthun des Europäers lag; „vonuns würdest du keine Unbill erfahren haben; aber es wargut für mich, daß ich dich nicht getödtet habe, da du einenSchutzbrief des Königs der Könige bei dir trägst. Es ist ge-wiß, daß der Strick oder Säbel eine solche Miffethat billigwürde gerochen haben."