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„Saracen," erwiederte der christliche Streiter, „die Liebe,die einen ächten Ritter an ein einziges schönes und treuesWeib bindet, ist der Edelstein groß und ganz; und die Nei-gung, welche du unter deine zu Sclaven gemachte Weiberund zu Weibern gemachte Sklavinnen vertheilft, ist im Ver-gleich eben so werthlos, wie die schimmernden Stückchen deszerschlagenen Diamants."
„Nun, bei der heiligen Kaaba," sagte der Emir, „du bistrin Wahnwitziger, der seine eiserne Kette liebet, als wenn sievon Gold wäre. Betrachte einmal die Sache genauer. MeinRing hier würde die Hälfte seiner Schönheit verlieren, wäre dasSiegel nicht umgeben und eingefaßt von diesen geringeren Bril-lanten, die jenes schmücken und hervorheben. Der Diamant inder Mitte ist der Mann, stark und ganz, dessen Wert- von ihmallein abhängt; und dieser Kreis von geringeren Juwelen sinddie Frauen: sie entlehnen von jenem ihren Glanz, und er ver-theilt denselben unter sie nach Lust und Wohlgefallen. Nimmden mittleren Stein von dem Siegelring, und der Diamantwird so kostbar bleiben wie zuvor, während die kleineren Edel-steine im Verhältniß von geringem Werth sein werden. Und diesist die wahre Auslegung deiner Parabel: denn, wie der DichterMansur sagt: „Die Gunst des Mannes verleiht dem WeibeSchönheit und Reiz, so wie der Strom nicht länger schim-mert, sobald die Sonne aushört zu scheinen."
„Saracen," versetzte der Kreuzfahrer, „du sprichst wie Ei-ner, der nie ein der Neigung eines Kriegers würdiges Weibgesehen hat. Glaube mir, sähest du die von Europa, denenwir Ritter nächst dem Himmel Treue und Ergebenheit gelo-ben, du würdest dann für immer die armen sinnlichen Skla-vinnen deines Harems verschmähen- Der Reiz unserer Schö-nen spitzet unsere Lanzen, und schärft unsere Schwerter; ihre