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13 (1851) Der Talisman
Entstehung
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einigem Befremden aufschaute bei einem so unerwarteten Vor-wurf, »wisse, daß ich meine christliche Freiheit ausübe, wennich mich dessen bediene, was den Juden verboten ist, die, wiesie selbst sagen, unter der Knechtschaft des Gesetzes Mosis ste-hen. Wir, Saracene, merke es dir, wir haben eine bessereVersicherung für das, was wir thun^ve iVIariu! dankenwir." Und gleich als wollte er die Gewiffenszweifel seinesGefährten herausfordcr», vollendete er ein kurzes lateinischesKratiss und that einen langen Zug aus der ledernen Flasche.

Das nennet ihr auch noch einen Theil eurer Freiheit,"sagte der Saracene;und so wie ihr gleich den Thicren esset,so würdigt ihr euch zu den Thieren herab dadurch, daß ihrein Gift trinket, das selbst jene verschmähen!"

Wisse, thörichter Saraccn," versetzte der Christ ohne Zö-gern,daß du die Gaben Gottes lästerst, gleichwie dein VaterJsmael sie gelästert hat. Der Rebensaft ist Jedem vergönnt,der einen weisen Gebrauch davon macht: denn er erfreut dasHerz des Menschen nach Beschwerden, erquicket ihn bei dürrerHitze, und er tröstet ihn im Trübsal. Derjenige, welcher dieseHimmelsgabe so genießet, darf Gott für den Becher Weinesdanken wie für das tägliche Brod; aber Derjenige, der einenMißbrauch davon macht, ist in seinem Rausch kein größererThor, als du in deiner Enthaltsamkeit."

Das durchbohrende Auge des Saracencn funkelte bei die-sem Stich, und seine Hand suchte das Heft seines Dolches.Aber cs war nur eine vorübergehende Aufwallung, die sichlegte, als er die Stärke des Kämpfers, mit dem er es zu thunhatte, in Erwägung zog, und den verzweifelten Kampf, dessenWirkung noch in allen seinen Gliedern und Adern sich spürenließ; er begnügte sich darum mit dem zeitgemäßeren Mittel,den Streit mit Worten fortzusctzen.