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12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
Seite
213
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verletzt hast, will der Erste sein, der dir die dem Tobten ge-bührende Ehre erweiset."

Mit diesen Worten hüllte er den Tobten in seinen Mantel,betrachtete ihn einen Augenblick und schien sich zu besinnen,was er nun weiter zu thun habe. Als sein Blick von demLeichnam des Verführers langsam auf die Theilnehmerin unddas Opfer des Verbrechens hinüberglitt, als er das Weib seineFüße umfassen sah, ohne daß sie gewagt hatte emporzublicken,nahmen seine groben und mürrischen Gcsichtszüge einen Aus-druck von Würde an, welcher den leichtsinnigen Templern unddem rathfertigen Richard ehrerbietiges Schweigen gebot-Kniee"nicht vor mir, Weib," sprach er;kniee vor Gott, wider dendu gesündigt hast, mehr als gegen einen Wurm deinesgleichen.Wie oft habe ich dir gesagt, wenn du putzsüchtig und leicht-sinnig wärest: Hoffart kommt vor dem Falle! Eitelkeit hatzur Thorheit geführt, Thorheit zur Sünde, und Sünde zumTvde, ihrem ursprünglichen Gefährten. Mußtest du Pflichtund Ehrbarkeit und häusliche Liebe vergessen und dich in denwilden Taumel der Lüste stürzen mit den Gottlosen? Da liegstdu nun, wie ein zertretener Wurm, und krümmst dich nebendem Leichnam deines Buhlen! Du hast mir viel Böses ge-than mich bei meinen Freunden entehrt, den guten Rufvon meinem Hause und den Frieden von meinem Herde ver-scheucht. Aber du bist meine erste und einzige Liebe gewesen,und ich will dich nicht ganz verworfen sehen, wofern ich esverhindern kann. Meine Herren, ich danke euch, so weit esein Mann mit gebrochenem Herzen vermag. Richard, em-pfehlt mich Eurem ehrenwerthen Herrn. Ich habe Galle inden Kelch seiner Leiden geschüttet; aber ich war betrogen.Stehe auf, Weib, und folge mir."

Er faßte sie beim Arme und hob sie auf, während sie un-