suchte ebenfalls sich aufzuraffen, aber Richard hatte eine Stutz-büchse ergriffen und schlug ihm mit dem Kolben dermassen aufden Kopf, daß er entseelt niedersank.
„Bravo, Richardel!" rief Lowestoffe, der mit einem derGauner gefochten und ihn in die Flucht getrieben hatte.„Bravo! Da liegt die Sünde, geschlagen wie ein Ochs, unddie Bosheit mit abgestochener Kehle wie ein Kalb."
„Ich weiß nicht, warum Ihr mir meine Erziehung zumVorwurf machen wollt, Meister Lowestoffe," erwiderte Richardmit großer Ruhe. „Ich sage Euch, die Fleischbank gibt garkeine üble Vorübung zu einem solchen Geschäft."
„Herbei, ihr Männer!" rief der andere Templer. „Hierliegt Dalgarno ermordet!"
Lowestoffe und Richard liefen hin. Der Page, welcher jetztfreie Hand hatte, benutzte den Augenblick, schwang sich ans seinPferd und ritt davon. Weder von ihm, noch von dem schwe-ren Gelde, welches sein Pferd trug, wurde je mehr Etwasgehört.
Der dritte Gauner hatte den Angriff Ringwovds und Jansnicht abgewartet und zeitig die Flucht ergriffen. Die fünfMänner umstanden und betrachteten mit Entsetzen die blutigeLeiche des Freiherrn und den tobenden Schmerz des Weibes,welches sein Haar zerraufte und wie wahnsinnig schrie, bisihr Jammer gehemmt ward oder vielmehr eine neue Richtungerhielt durch das unerwartete Auftreten ihres Ehemannes.Christie heftete einen kalten und strengen Blick auf sie undsagte im entsprechenden Tone: „Nun, Weib, du nimmst dirden Verlust deines Buhlen sehr zu Herzen." Und mit einemBlick auf die blutige Leiche des Zerstörers seines Lebensglückessprach er die feierlichen Worte der Schrift: „Die Rache istmein, spricht der Herr; ich will sie üben. — Ich, den du