150
Blitz getroffen hat. Der König rief erschrocken Heriot undMaxwell zu Hülfe, und da Geistesgegenwart nicht eben seinestarke Seite war, rannte er in seinem Kabinet auf und abunter den Ausrufungen : „Mein alter, lieber Diener, der Unsgerettet hat! Vue atgue clolor!") Edler Herr von Hunting-lcn, seht auf, seht ans, Alter! Euer Sohn mag die Königinvon Saba heirathcn, wenn er will."
Mittlerweile hatten Maxwell und Heriot den alten Grafenaufgehoben und auf einen Stuhl gesetzt. Als der König sah,daß er wieder zu sich kam, fuhr er in seinen Tröstungen me-thodischer fort.
„Haltet den Kopf in die Höhe und hört auf Euren liebenangestammten Fürsten. Wenn Schande dabei ist, so kommtsie nicht mit leerer Hand, — es ist Münze vorhanden, um siezu vergolden; ein hübsches Vermögen, das einer guten Her-kunft nicht Eintrag thnt. Wenn sie ein Lumpenmensch gewe-sen ist, so hat Euer Sohn sie dazu gemacht, und er kann sieauch wieder zur ehrlichen Fran machen."
Diese Vorstellungen, so vernünftig sie auch im Allgemeinenwaren, gaben dem Lord Hnntinglen keinen Trost, wofern er sieüberhaupt verstand. Aber das Schluchzen, mit welchem seinesguten alten Herrn königliche Rede begleitet war und wodurchsie zuweilen unterbrochen ward, brachte eine schnellere Wir-kung hervor. Große Thränen strömten unwillkürlich aus sei-nen Augen, als er die welken Hände küßte, welche der mitweniger Würde und Zurückhaltung weinende König ihm dar-reichte, erst eine um die andere, daun beide zugleich. Endlichgewannen die reinmenschlichen Gefühle im Gcmüthe des Kö-nigs völlig die Oberhand über das Gefühl seiner Würde. Er
2) Ach und Weh!