„Ich weiß, was Ihr sagen wollt. Ihr meint, Stecnie würdedas Gewicht seines Fußes in die Wagschalen der Gerechtigkeitgelegt und sie umgestülpt haben. Aber Ihr vergeht, Gürge,wessen Hand diese Wage hält. Und Ihr thut dem armenStecnie um so mehr Unrecht, als er vor Uns und Unserm ge-heimen Rathe eingestanden hat, Daß Dalgarno ihm, dem ar-men arglosen Jungen, das Weibsbild aufhängen wollte, indemer ihn glauben machte, sie sei eine Buhlschwestcr und daß erauf diesem Glauben blieb, selbst als er von ihr schied, obwohlStecnie hätte bedenken sollen, daß von solchem Geschmeißnicht leicht eine ihm widerstanden haben würde."
„Frau Hermionc" — bemerkte Heriot — „hat dem Be-nehmen des Herzogs immer volle Gerechtigkeit widerfahrenlassen und bezeugt, daß er, obwohl von einer ungünstigen Mei-nung gegen sie eingenommen, es verschmäht hat, ihre Noth zumißbrauchen, vielmehr sie mit Mitteln versehen hat, sich ausVerlegenheiten zu ziehen."
„Das sieht ihm ganz gleich ! rief der König. „Segen übersein schönes Haupt! Ich habe die Erzählung dieser Dameum so bereitwilliger geglaubt, da sie nichts Böses über Stecniegesagt hat. Um es also kurz zu machen, edler Herr, es ist dieMeinung Unseres Rathes und Unsere eigne, so wie die vonKindlein Karl und Steenie, daß Euer Sohn sein Unrecht da-durch gut machen möge, daß er diese Dame heirathet, oderaber daß er solche Ungnade und Unwillen erfahre, als Wirverhängen können."
Der Angeredete war unfähig, eine Antwort zu geben. Re-gungslos und mit starren Augen stand er vor dem Könige,als ob er in eine Bildsäule aus der Ritterzeit verwandeltwäre, und eine Sekunde später brach er zusammen und sankstöhnend zu Boden, wie eben eine solche Bildsäule, die der